Theaterberufe: Kostümbildner

Was macht eigentlich … ein*e Kostümbildner*in?

Der Kostümbildner oder die Kostümbildnerin entwirft in Abstimmung mit dem Regisseur und dem künstlerischen Team die Kostüme für eine Inszenierung. Dabei muss vor allem darauf geachtet werden, dass alles gut zusammenpasst und dass das Inszenierungskonzept insgesamt stimmig ist. Die Entwürfe des*r Kostümbildner*in müssen also mit den Ideen des Regisseurs übereinstimmen. Genauso müssen Kostüm- und Bühnenbild sehr eng zusammenarbeiten. Nicht selten macht auch beides dieselbe Person, hier spricht man dann von Ausstattung.

Während der Produktion ist der*die Kostümbildner*in in ständigem Kontakt mit dem Gewandmeister des Theaters, der für die praktische Umsetzung der Entwürfe zuständig ist.

Kostümbildner*innen sind überwiegend freiberuflich tätig, das heißt, sie arbeiten immer produktionsbezogen. Daher ist eine hohe Bereitschaft zur Mobilität und Flexibilität extrem wichtig. Haben sie sich erstmal in diesem Beruf etabliert, arbeiten die meisten Kostümbildner*innen auch immer wieder mit denselben Regisseur*innen zusammen.
Es ist dennoch auch möglich in diesem Beruf an einem Theater festangestellt zu sein.

Voraussetzungen

Es gibt ein paar Fähigkeiten, die man für den Beruf des Kostümbildners/der Kostümbildnerin auf jeden Fall mitbringen sollte. Die wichtigsten sind Kreativität und Fantasie. Ohne eine ausgeprägte Vorstellungskraft wird es schwer, sich immer wieder neue Kostüme für die Schauspieler*innen auszudenken. Außerdem sollte man in der Lage sein, seine Ideen zeichnerisch darstellen und veranschaulichen zu können. Die anderen im Team müssen sich schließlich ein Bild von ihnen machen können.

Was man sich während der Ausbildung und über die Jahre aneignen kann, ist ein solides Wissen in Kulturgeschichte und Materialkunde. Nur auf Grundlage dessen kann man historisch korrekte Kostüme entwerfen. Aus diesem Grund ist eine Ausbildung im Schneiderhandwerk – wenn auch nicht zwingend – auf jeden Fall von Vorteil.

Ausbildung

Wie oben gesagt, ist eine handwerkliche Ausbildung immer ein Plus. Notwendig ist sie aber nicht unbedingt. In der Regel findet die Ausbildung durch ein Studium in einer Fachklasse für Bühnen- und Kostümbild statt und dauert 4-5 Jahre.

Auch ein Studium in Mode- oder Kostümdesign sind möglich.


Wirkung von Kostümen auf der Bühne

Das Tolle an Kostümen ist, dass sie die Wirkung, die eine Inszenierung auf das Publikum hat, komplett verändern können. Daher kommt dem*der Kostümbildner*in auch eine so wichtige Rolle in der Produktion zu.

Oft gehen Zuschauer*innen mit der Erwartung ins Theater, dass ein historisches Stück auch historisch inszeniert sein muss, das heißt, dass beispielsweise Maria Stuart ein Kleid im Stil des 16. Jahrhunderts trägt. Man kann dieser Erwartung natürlich gerecht werden, dann ist die Aufführung ganz deutlich als solche gekennzeichnet und die Werktreue wird auf allen Ebenen umgesetzt.

Man kann aber auch mit dieser Erwartungshaltung brechen und Maria Stuart z.B. einen modernen Hosenanzug tragen lassen. Oder Schillers Räuber treten als modern Gang auf mit schwarzen Hoodies und Pistolen. Dadurch dass die Zuschauer*innen nicht das zu sehen bekommen, was sie erwartet haben, werden sie erstmal aufmerksam. Es ist sozusagen ein Akt der Verfremdung. Außerdem kann so verdeutlicht werden, dass auch ein historischer Stoff thematisch sehr aktuell sein kann.

Nicht zuletzt kann das Kostümbild ein Stück aber auch abstrahieren, wenn z.B. alle Figuren pinke Jumpsuits tragen. Diese Praxis sieht man meistens eher bei Gegenwartsstücken. Die Wirkung die hier erzielt werden soll, ist komplett abhängig vom Stoff – die Aufmerksamkeit soll mehr auf den Text gelenkt werden oder man möchte die Uniformierung der Gesellschaft darstellen oder die Absurdität des Gezeigten wird verstärkt … oder sonst irgendwas, es gibt zig Möglichkeiten.

Natürlich können neben der kompletten Inszenierung auch einzelne Figuren durch ihre Kostüme z.B. lächerlich gemacht oder besonders hervorgehoben werden.

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