Was macht eigentlich … die Dramaturgie?

„Der Dramaturg am Theater hat einen undankbaren Job: Er liest zu viel und schläft zu wenig. Den Applaus heimsen die anderen ein. Hagelt es dagegen Verrisse, zeigen alle mit dem Finger auf ihn.“

(Spiegel, 14.04.2004)

Aufgaben der Dramaturgie

Der Beruf des/der Dramaturg*in umfasst so viele verschiedene Aufgaben, die dazu noch je nach Haus und Stellenbeschreibung variieren können. Das bedeutet zum einen zwar einen sehr abwechslungsreichen Arbeitstag, zum anderen aber auch einen sehr großen Zeitaufwand. Das Eingangszitat lässt es vermuten: Dramaturg*in muss man aus Leidenschaft sein.

Im Groben kann man die Aufgaben aber in zwei große Bereiche einteilen. Nämlich die Aufgaben, die nach innen am Theater ausgeführt werden müssen und die, die nach außen ausgeführt werden.

Die Aufgaben der Dramaturgie

Diese Bereiche lassen sich allerdings nicht einfach so voneinander abgrenzen, denn sie greifen immer wieder ineinander. Also gehen wir mal chronologisch vor.

Vor der Produktion

Einen Großteil der dramaturgischen Arbeit macht das Lektorat aus. Als Dramaturg*in ist man vor allem damit beschäftigt, Texte zu lesen, einen Überblick über alle möglichen Stücke zu behalten und sie zu bewerten. Damit man schließlich zusammen mit der Theaterleitung den Spielplan gestalten kann.

Dazu gehört auch die Kommunikation mit den Verlagen, um die Rechte an den Texten zu erhalten oder ggf. Übersetzungen oder neue Stücke in Auftrag zu geben.

Organisationstalent ist gefragt.

Die einzelnen Produktionen des Spielplans werden dann dramaturgisch begleitet. Zunächst muss der Text evtl. noch bearbeitet werden. Hier wird der/die Dramaturg*in zum (Ko-)Autor. Außerdem muss Begleitmaterial recherchiert und sortiert werden als Hilfestellung für die Schauspieler*innen und die Regie

Während der Produktion

Haben die Proben begonnen, ist die Dramaturgie kritische Beobachterin dieses Prozesses. Sie ist erste Ansprechpartnerin für die Regie und Vermittlerin zwischen verschiedenen künstlerischen Positionen. Zusätzlich fällt auch die Kommunikation zwischen dem künstlerischen Team und der Theaterleitung in das dramaturgische Aufgabenfeld.

Jetzt muss außerdem das Programmheft, das die Zuschauer dann vor der Vorstellung kaufen können, gestaltet werden.

Eine Aufgabe der Dramaturgie: Programmhefte erstellen
Programmhefte können die unterschiedlichsten Formen haben.

Bei manchen Produktionen gibt es vor den Vorstellungen ein Einführungsgespräch für das Publikum. Auch das wird vom Dramaturgen/von der Dramaturgin gehalten.

Ausbildung für die Dramaturgie

Eine bestimmte Ausbildung, die man haben muss, gibt es eigentlich nicht. Am besten geeignet ist aber ein geisteswissenschaftliches Studium, wie z.B. Germanistik, Philosophie oder sogar Theologie. Inzwischen gibt allerdings sogar spezielle Dramaturgie-Studiengänge, wo die Studierenden gezielt auf den Beruf vorbereitet werden.

Sonstige Voraussetzungen

Was neben der Ausbildung aber viel wichtiger ist, sind verschiedene andere Fähigkeiten und Eigenschaften. Einige davon kann man sich zwar in einem Studium aneignen oder vertiefen, vieles liegt einem aber auch einfach – oder eben nicht.

Kenntnisse des Theaters in der Vergangenheit und Gegenwart sind unerlässlich, genauso wie ein Gespür für Ästhethiken und künstlerische Entwicklungen. Interesse an sozialen, politischen, philosophischen Zusammenhängen erleichtert die Arbeit auch enorm.
Außerdem: Die Fähigkeit zum analytischen Denken, ein gutes Sprachgefühl, Durchsetzungsvermögen, Kreativität sowie eine hohe Belastbarkeit.

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