Reclamheft Faus I mit Kerze

Faust I (Johann Wolfgang Goethe)

In Kürze

Erscheinungsjahr1808
Epochenicht eindeutig zuordenbar. Zwischen Sturm & Drang, Klassik und Romantik
GenreDrama, Tragödie
HauptthemaDualismus von Gut und Böse, Beziehung zwischen Wissen und Glaube

Inhaltsangabe

Faust hält sich selbst für den größten, den schlausten, den besten in allem, was er tut. Und ist trotzdem nicht zufrieden. Warum? Weil er nicht imstande ist herauszufinden, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.
Auftritt der Teufel, hier: Mephistopheles. Der hat nämlich eine Wette mit Gott abgeschlossen, dass er den tugendhaften Faust auf den Pfad des Bösen wird leiten können. Im Grunde genommen war den beiden einfach nur langweilig, seien wir mal ehrlich.

Wie dem auch sei: Mephisto überredet Faust also dazu, mit ihm einen Pakt zu schließen. Dieser sieht folgendermaßen aus: Mephisto ist Faust dabei behilflich, ihm alle seine Wünsche zu erfüllen. Dafür gehört seine Seele ihm, sollte Faust den Zustand absoluter Glückseligkeit erreichen – woran er selbst natürlich nicht glaubt, sonst würde er nicht darauf eingehen.

Zitat aus Faust I
"Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn."

Mephisto führt Faust in eine Hexenküche, wo man ihm einen Verjüngungstrank verabreicht, der ihn unwiderstehlich für alle Frauen machen soll.

Kurz darauf begegnet er auf der Straße der 14-jährigen Gretchen, in die er sich sofort verliebt. Seine ersten Avancen lehnt sie – braves Mädchen, das sie ist – ab. Er fordert also von Mephisto, sie sofort zu seiner Geliebten zu machen. Dieser weist auf ein paar Schwierigkeiten hin und rät Faust, er solle erstmal nur ein Geschenk in Gretchens Zimmer zurücklassen, was dieser schließlich auch tut.

Gretchens Mutter ist allerding nicht sehr begeistert davon, dass ihre Tochter teuren Schmuck zur Schau trägt und nimm ihn ihr sofort wieder weg. Im Gegensatz dazu wird die Nachbarin Marthe Schwerdtlein zur Verbündeten. Mit einer List gewinnt Mephisto deren Vertrauen und lädt sozusagen auf ein Doppeldate: Mephisto & Marthe, Faust & Gretchen. Nach einem nächtlichen Spaziergang sitzen die beiden Paare sich in ein Gartenhäuschen, wo sie sich näherkommen. Mehr als küssen passiert in dieser Nacht allerdings (noch) nicht.

Um in Ruhe eine Nacht mit verbringen zu können, gibt Faust Gretchen ein Schlafmittel für ihre Mutter. Wie sich im Nachhinein herausstellt, war das allerdings nicht harmlos, sondern tödlich – ups. Während Faust und Gretchen sich des Nachts vergnügen, segnet ihre Mutter also das Zeitliche.
Ebenfalls tödlich endet die Begegnung Fausts mit Gretchens Bruder Valentin. Da ersterer die Hilfe des Teufels höchstpersönlich auf seiner Seite hat, hat Valentin kaum eine Chance das Duell zu überleben.

Da Faust jetzt als Mörder gesucht wird, machen er und sein teuflischer Begleiter sich schnell aus dem Staub.
So verpasst er, dass Gretchen schwanger ist und das Kind ertränkt, als es auf die Welt kommt. So sperrt man sie als Kindsmörderin ins Gefängnis und sie soll hingerichtet werden. Als Faust davon erfährt, will er sie retten. Im Kerker findet er aber nur eine höchst verwirrte und von Schuldgefühlen zerfressene junge Frau vor. Sie weigert sich, mit ihm zu fliehen, sondern sagt, sie habe ihre Strafe verdient.

Der Tragödie Erster Teil endet mit dem Verschwinden Fausts und Mephistos.

Aufbau & Sprache

Es gibt in Faust I zwar keine Akte, trotzdem kann man ganz klar eine dramatische Struktur erkennen. Genauer gesagt, sogar zwei. Inhaltlich lässt sich die Handlung nämlich teilen in das sogenannte Gelehrten-Drama und das Gretchen-Drama. Auf formaler Ebene spiegelt sich das wider: Das Gelehrten-Drama ist als Szenenfolge oder auch Stationendrama aufgebaut, wie es Shakespeare oft geschrieben hat. Das Gretchen-Drama folgt einem aristotelischen, sprich: klassischen, Verlauf mit pyramidalem Aufbau: Exposition, Höhepunkt, Katastrophe. Die Gretchen-Handlung ist dabei insgesamt allerdings nur eine Station im Gelehrten-Drama.

Klingt komplizierter als es ist:

Schaubild zum Aufbau von Faust I. Gegenüberstellung von Gelehrten- und Gretchen-Drama.
Aufbau des Dramas: Gelehrten- und Gretchen-Drama gegenübergestellt.

Die Figuren in Faust sprechen nicht einfach in normalen Sätzen, wie man es von Gesprächen erwarten könnte. Nein, sie reimen – wenn auch manchmal äußerst holprig. Goethe benutzt vor allem vier Versformen in seinem Drama: Den Knittelvers, den Blankvers, den Madrigalvers (Faustvers) und die Stanze. Welche Versform wie genau funktioniert, geht hier jetzt zu weit. – Glück gehabt.
Auf jeden Fall sorgen diese Formen dafür, dass die Sprache nicht immer ganz sauber klingt. Weil die Betonung oft auf der Falschen Silbe liegt, weil die Reime unrein sind oder weil es überhaupt keinen Reim gibt. Es wirkt – wie eben gesagt – alles ein bisschen holprig. Wie ja die Handlung selbst auch ist.

Figuren in Faust I und Charakterisierungen

Konstellation:

Schaubild der Figurenkonstellation in Faust I
Das Beziehungsgeflchet der Figuren in Faust I

Heinrich Faust:

Faust stellt sich in der ersten Handlungsszene der Tragödie in einem Monolog quasi selbst vor. Er hat Philosophie, Jura, Medizin und Theologie studiert, das sind alle Fächer, die man zur damaligen Zeit studieren konnte. Und er ist Doktor, der höchste akademische Grad zu der Zeit – also absoluter Überflieger. Jetzt ist er selbst Dozent an der Universität. Das hört sich alles sehr gut an, doch außer seinem Wissen, besitzt er eigentlich nichts: „Auch hab ich weder Gut noch Geld, Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt;“ (Vers 374f). Und das Wissen, das er hat, erscheint ihm unzureichend, weil er damit nicht dahinter kommt, „was die Welt im Innersten zusammenhält“ (Vers 382f). All sein angehäuftes Wissen reicht nicht aus, um die Weltzusammenhänge vollständig zu verstehen. Als Wissenschaftler macht ihn das geradezu wahnsinnig und er beschließt sich der Magie hinzugeben, in der Hoffnung, dass die ein paar Lösungen hat.

Zitat aus Faust I:
"Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen, die eine hält in derber Liebeslust, sich an die Welt, mit klammerndern Organen; die Andre hebt gewaltsam sich vom Dust, zu den Gefilden hoher Ahnen."

Faust hat sehr gegensätzliche Wünsche. Logischerweise macht ihm das zu schaffen. Einerseits liebt er das weltliche Leben, Spaß, Freiheit und eben auch die Liebe. Andererseits strebt er nach Höherem, etwas Übernatürlichem, nach einem göttlichen Bewusstsein. Durch diesen inneren Widerspruch verzweifelt, wird er überhaupt erst empfänglich für Mephistos Angebote.

Manipulative Verbindung

Ist der Pakt geschlossen, geht es nur noch um das reine Vergnügen und den Genuss. Ohne Rücksicht auf Verluste und vor allem ohne Rücksicht auf andere. Egoistisch und von Mephisto immer weiter getrieben, verfolgt Faust den Plan, Gretchen für sich zu gewinnen. Äußert er einmal Zweifel, werden sie sofort von Mephisto verscheucht. Faust weiß eigentlich auch, dass Mephisto nicht unbedingt das Beste will – immerhin ist er der Teufel. Aber: er ist ihm verfallen:

Zitat aus Faust I:
"O dass dem Menschen nichts Vollkommnes wird, Empfind ich nun. Du gabst zu dieser Wonne, Die mich den Göttern nah und näher bringt, Mir den Gefährten, den ich schon nicht mehr Entbehren kann, wenn er gleich, kalt und frech, Mich vor mir selbst erniedrigt, und zu Nichts, Mit einem Worthauch, deine Gaben wandelt. Er facht in meiner Brust ein wildes Feuer Nach jenem schönen Bild geschäftig an. So tauml‘ ich von Begierde zu Genuss, Und im Genuss verschmacht ich nach Begierde."

Das ist es, was man heute eine toxische Beziehung nennen würde. So ist es auch Mephisto, der Faust nicht nur dazu bringt, Gretchens Unschuld und Ehre zu nehmen, sondern auch Valentins Leben. Dass er jetzt als Mörder aus der Stadt fliehen muss – geschenkt.

Nach Rausch und Tanz bei der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg wird Faust dann bekannt, dass Gretchen als Kindsmörderin im Kerker sitzt. Die Schuld gibt er ab an Mephisto, er hätte ihn dazu gedrängt. Dass er jetzt überrascht ist, dass der Teufel nicht die besten Absichten hat und wenig Rücksicht auf das Glück anderer nimmt, das ist schon etwas lächerlich. Immerhin hat er eingewilligt in den Pakt und er wusste worauf er sich einlässt. Jetzt die ganze Verantwortung an seinen Diener abzugeben, stellt seine vorher so gelobte Intelligenz ziemlich in Frage.

Faust – ein Egoist

Zusammenfassend ist Faust vor allem ein egoistischer Mensch. Natürlich wird er auch von Mephisto manipuliert – und er stellt sich auch im Laufe der Handlung als leicht manipulierbar heraus –, aber die Schuld komplett auf ihn abwälzen kann er nicht. Denn er ist sehenden Auges in diesen Teufelspakt gegangen, hat Gretchen für seine persönliche Begierde ausgenutzt, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass er damit ihr Leben zerstören könnte und ist dabei auch über mehrere Leichen gegangen. Seinen ursprünglichen Wunsch, die Zusammenhänge der Welt zu verstehen und sein Wissen zu erweitern, hat er unterwegs komplett verloren und sich nur noch dem Genuss und der Leidenschaft hingegeben. Eine seiner zwei Seelen blieb auf der Strecke.

Mephistopheles:

Zitat aus Faust I:
"Ich bin der Geist der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles was entsteht ist wert dass es zugrunde geht; Drum besser wär's wenn nichts entstünde. So ist denn alles was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element."

So beschreibt sich Mephisto selbst, als Faust ihn fragt, wie er sich nennt. Er ist ein Teil der göttlichen Schöpfung, nämlich der, der für das Böse verantwortlich ist. Während Gott das Geistige vertritt, vertritt er das Animalische. Jedoch kann das Geistige nicht ohne das Animalische sein und so sind die beiden nicht unbedingt zwei Gegenpole, sondern sie ergänzen sich.

Zitat aus Faust I:
"Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war, ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar, das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht den alten Rang, den Raum ihr streitig macht."

Die Menschen auf der Erde sind für ihn Spielbälle, mit denen er sich die Zeit vertreiben kann, wie es ihm gerade passt. So auch Faust: Wir erinnern uns, dass Faust nur der Gegenstand einer Wette zwischen Mephisto und Gott ist. Für Mephisto ist es eine willkommene Herausforderung, denn wie er ganz am Anfang sagt: „Die Menschen dauern mich in ihren Jammertagen, ich mag sogar die armen selbst nicht plagen.“ (Vers 296f). Er findet es einfach furchtbar langweilig auf der Erde. Die Herausforderung Gottes, Faust auf den falschen Weg zu führen, weckt seinen Ehrgeiz und sein Tatendrang wird gestillt.

Während Faust selbst zwar bewusst ist, dass Mephisto das Böse verkörpert, er sich aber trotzdem von ihm leiten lässt, ist Gretchen sehr viel vorsichtiger. Als gläubiger Mensch spürt sie sofort, dass mit diesem Kerl etwas nicht stimmt. Sie bittet Faust auch, Mephisto weniger Gehör zu schenken – vergeblich.

Margarethe (Gretchen)

Margarethe ist ein gerade einmal 14-jähriges Mädchen. Da Faust ein Mann mittleren Alters ist, ist das zwar sehr jung, aber nicht so ein Skandal, wie heute vielleicht. Zur damaligen Zeit waren Mädchen schon sehr früh heiratsfähig. Vor allem in adligen Kreisen konnten die Töchter durchaus schon mit 12 Jahren verheiratet werden.

Ihr Alter und ihre sehr religiöse und kleinstädtische Erziehung merkt man ihr aber auch immer wieder an. Sie ist sehr naiv und daher schnell beeindruckt von Fausts umfassendem Wissen und seiner außerordentlichen Bildung. Welche Frau steht auch nicht auf einen intelligenten Mann? Sie verliebt sich aber nicht nur in ihn, sondern spürt auch – wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben – ein körperliches Verlangen. Das verwirrt sie und wirft sie aus der Bahn. Sosehr, dass sie ihre religiösen Prinzipien einfach mal Prinzipien sein lässt und sich mit ihm einlässt – auch sexuell. Sie hat ihn zwar vorher befragt, wie er zur Religion steht und seine Antwort hat sie nicht zufrieden gestellt. Daher weiß sie schon, dass Faust sie ins Unglück stürzen kann – aber das Fleisch ist schwach.

Auch Mephisto misstraut sie. Da hat sie so etwas wie einen religiösen sechsten Sinn. Als Faust sie jedoch wegen ihm beschwichtigt und ihr versichert, sie müsse sich keine Sorgen machen, da vertraut sie diesem. Sie weiß ja nicht, dass der Eine vom Anderen geleitet wird.

Sie gibt sich also einem Mann hin, dem sie mit Haut und Haar verfallen ist, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Aus Liebe endet sie alleine und verzweifelt. Wenn das mal keine Lektion für’s Leben ist, dann weiß ich auch nicht. Die Möglichkeit zur Flucht will sie dann aber dennoch nicht wahrnehmen, weil sie der festen Überzeugung ist, sie habe ihre Strafe verdient. Weil ihr Glaube so stark ist, wird sie am Ende erlöst.

Motive & Interpretation

Dialektik: Gut und Böse, zwei Seiten einer Medaille

Das Stück selbst, aber auch Faust als Figur stehen unter einem dialektischen Gegensatz: Gut und Böse – beides eine Seite der gleichen Medaille. Das sogenannte Faustische wird in der Literaturwissenschaft oft nur mit dem Schöpferischen gleichgesetzt, Faust als ein Verwandter Prometheus‘. Allerdings ist Faust nicht nur das, sondern auch ein Vertrauter des Teufels. Er bildet zusammen mit Mephistopheles eine Einheit, denn ohne das Gute kann das Böse nicht sein und umgekehrt.

Die Dialektik findet sich außerdem auf allen anderen Ebenen:

Himmel – Hölle
Herr – Teufel
Faust – Wagner
Magie – Wissenschaft
Gefühl – Vernunft
Seele – Körper
Leidenschaft – Verstand
… usw. …

Faust selbst ist inmitten all dieser Gegensätze situiert. Das wird nochmal besonders deutlich, wenn man seine Wünsche (s.o.) betrachtet: ständiges Streben, immer weiterkommen – dem Augenblick Dauer verleihen, genießen.

Kindsmord

Der Kindsmord ist zwar einerseits ein äußerst tragischer Aspekt des Dramas, aber auch der sozialkritischste. Kindsmörderinnen zählten zu den Lieblingsfiguren der Sturm und Drang-Dichter. Warum? Weil sie einen Widerspruch deutlich machten: zwischen großen Gefühlen und Leidenschaften und den einengenden sozialen Zwängen. Die Frau wurde in der männlich dominierten Gesellschaft unterdrückt. Welche Rechte auf freie Entfaltung, geschweige denn freie Partnerwahl, hatte sie schon? Unverheiratet mit einem Mann zu schlafen, einfach weil sie es so wollten, war schon schlimm genug. Aber dann auch noch schwanger werden – gesellschaftlicher Selbstmord. Die unehelichen Kinder hätten ebenfalls kaum Rechte und wären gesellschaftlich geächtet. Welche Mutter möchte für ihr Kind, für dessen Erziehung sie sehr wahrscheinlich noch nicht einmal die finanziellen Mittel aufbringen kann, so ein Leben? Kindsmord war daher eine zwar grausame, aber irgendwie doch nachvollziehbare „Lösung“. Die Dichter des Sturm und Drang sahen in den Kindsmörderinnen aber keine Täter, sondern Opfer. Und zwar Opfer eines ungerechten Systems, gegen das sie sich nicht wehren konnten.

Und was geht mich das an?

Ich muss ehrlich zugeben, ich bin, was dieses Stück Weltliteratur angeht, sehr parteiisch. Goethes Faust I war nämlich schon nach dem ersten Lesen meine Lieblingsschullektüre. Und zwar aus verschiedenen Gründen:

1. Es ist ein gewaltiger Stoff,

der so viele Themen abdeckt, dass man sich eigentlich sein ganzes Leben nur mit diesem Text beschäftigen könnte und am Ende wahrscheinlich immer noch nicht alle Aspekte erforscht hätte. Das ist jetzt vermutlich sowieso für die wenigsten das Ziel, aber es verdient Anerkennung.

2. Faust

Heinrich Faust ist eine Figur, die genauso gut auch heute im 21. Jahrhundert leben könnte. Dieser Forscherdrang, das Bedürfnis, immer noch mehr wissen zu wollen und das Verlangen nach dem finalen Verständnis – das passt perfekt ins Hier und Jetzt. Ohne solche Forschergeister wären wir entwicklungstechnisch heute nicht da, wo wir nun mal sind. Und wer hat sich denn nicht z.B. schon einmal versucht vorzustellen, wie groß das Universum ist. Und was kommt danach? Mir persönlich bereitet das Kopfschmerzen und es macht mich schnell fertig, dass mein Verstand so begrenzt ist. Ich glaube nicht, dass ich mich zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich davon ausgehe, dass jeder schon einmal diese Gedanken hatte.

Faust gibt sich aber nicht damit zufrieden, dass sein menschliches Wissen nunmal Grenzen hat. Er versucht eine Lösung zu finden. Zugegeben, er scheitert und verzettelt sich ganz schön – aber der Wille zählt auch.

3. Die Faszination des Bösen

Horrorfilme, Thriller, Dokumentationen über Serienmörder. Vom Bösen geht eine Faszination aus, sodass wir nicht genug davon bekommen können.
Mephisto ist eine Gestalt aus der Hölle, die Verkörperung des Bösen und daher können wir als ZuschauerInnen bzw. LeserInnen nicht genug davon bekommen, ihn zu beobachten.

4. Gretchen, die erste Liebe und das Unglück

Die Figur Gretchen lehrt uns zwei Dinge:

Erstens, dass es schmerzhaft sein kann, sich zu verlieben und völlig ohne Verstand alles für diese Person zu tun. Liebe macht oft blind, keine Frage. Aber sich über die Konsequenzen bewusst zu werden, die ein bestimmtes Handeln haben können, schadet auf keinen Fall.

Zweitens ist Gretchen Sinnbild für die unterdrückte Frau, der am Ende keine andere Wahl bleibt. Weil sie ihren Gefühlen statt ihrem Verstand gefolgt ist, wird sie zum Opfer einer männlich dominierten Gesellschaft und eines Systems, das Frauen kein Recht auf Selbstbestimmung zugesteht. Heute sind wir zum Glück weit davon weg. Und wir können uns glücklich schätzen, dass Frauen heute (in den meisten Ländern) ihr Leben so gestalten können, wie sie das möchten. Aber schaut euch z.B. die Debatte über Abtreibung an – da sind wir noch nicht besonders viel weiter gekommen …


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